Depot-Nachfolge kann wie die familiäre Unternehmensnachfolge geregelt werden!

Von 2017 bis 2027 werden in Deutschland Vermögen von insgesamt 6 Billionen Euro in den Privathaushalten vererbt. Zu den Vermögenswerten zählen Unternehmensübergaben, Bargeld, Immobilien, Versicherungen oder Depots.


Die Erben stehen damit meist vor einer Herausforderung, da sie plötzlich 500.000 € oder mehr in einem Aktiendepot vererbt bekommen und nicht wissen wie dies in den jetzigen Vermögensplan integrieren sollen oder wie sie im Allgemeinen mit einem Depot umgehen sollen. (Hypovereinsbank, 2019)


Das Ergebnis nach dem Umgang des Depots ist häufig einseitig:

Häufig forcieren sich die Erben unkoordiniert auf ihre lang ersehnten Wünsche, wie zum Beispiel: einem neuen Auto, neue Häuser, die Ablösung des Kredits oder eine Weltreise. Hierbei sollte zunächst festgehalten werden, dass es nur bei der Weltreise positive Auswirkungen auf den Erkenntnisgewinn gibt. Meistens sind die Erben ohne finanzielle Bildung schnell wieder dort, wo sie vor dem Erbe waren, wenn nicht noch weiter unten.

Robert Kiyosaki:


“Zu viele Menschen sind zu stark auf Geld fokussiert und nicht auf ihren größten Reichtum – ihre Bildung. Wären die Menschen flexibel und aufgeschlossen, fähig zu lernen, würden sie mit jeder Veränderung reicher und reicher werden.”


„Richtiges mentales Training erhöht Ihre Chancen auf Wohlstand.“ 

Das Dilemma des Depot Übergangs ist jedoch, dass dieses meistens eine Historie hat und beachtliche Kursgewinne sowie einige langfristige Investments mit sich führt, wie z.B. Unternehmensanteile von erfolgreichen Unternehmen aus der Region, deren Aktien - aus Sicht des Anteilseigners -  nur vererbt, aber nicht verkauft werden dürften.


Die Verstorbenen haben meistens viele Jahre für das Erbe gearbeitet und aktives Vermögensmanagement betrieben. Meistens wird es jedoch versäumt das Wissen über die Geldanlage weiterzugeben bzw. die Kinder daran zu gewöhnen, wie mit Unternehmensanteilen umgegangen wird. Das Vermögensmanagement und insbesondere das dazugehörige Risikomanagement muss gelernt werden, da Ausdauer und ein nüchterner Kopf entscheidend an der Börse sind.


Doch wie geht es besser?


Die Depot-Nachfolge kann auch gut mit der Unternehmensnachfolge verglichen werden. Für Unternehmensinhaber bzw. Eltern ist es meist eine Freude, wenn die Unternehmensführung direkt in die Hände der Kinder übergeht. Hierbei ist es sinnvoll wenn die Nachfolger schon in dem Unternehmen tätig sind, wenn der Senior abtritt, um eine reibungslose Übergabe zu organisieren.



Lassen Sie uns hierbei einen Blick auf das Unternehmen Fielmann werfen. Dort wurde im April 2019 verkündet, dass der Senior in 3 Jahren, d.h. mit 80 Jahren seinen Posten an den, dann Anfang 30 jährigen Sohn abgeben will. Der Sohn wird somit nicht einfach und plötzlich zum Geschäftsführer von Fielmann (>19.000 Mitarbeiter), sondern er wurde sukzessive aufgebaut.
Nach dem Studienanbschluss folgten Praktikas in einer Unternehmensberatung und in verschiedenen italienischen Brillenhäusern, in denen er auch die Herstellung der Brille von der Pike auf erlernte. Im Anschluss kam er zurück ins eigene Familienunternehmen und baute hier eine Kontaktlinsen-App im Rahmen der Digitalisierungsstrategie auf. Heute ist er Marketingvorstand bei Fielmann und mit einigen Expansionen beschäftigt.
(Bild und Text Quelle: spiegel online fielmann)

Neben Fielmann gibt es weitere Beispiele, in denen Junioren/-innen Schritt-für-Schritt mehr Verantwortung in der Unternehmensnachfolge bekommen, um sich zu beweisen und zu lernen. 

Warum geht das also nicht auch in der Depot-Nachfolge? Es geht definitiv - aber es braucht Zeit und das richtige Mindset (Denkweise, Erfahrung, Einstellung, Haltung). Und so geht's:

Nicht jeder muss sich für die Kapitalanlage und Investment Entscheidungen interessieren, jedoch ist ein Grundverständnis über die Anlageform sowie erste Erfahrungen im Umgang mit nicht realisierten Gewinnen oder Verlustgeschäften sinnvoll. 

(Bild Quelle: investorsinside.de)


P.S.: Ganz nebenbei: Was haben Eltern davon, wenn sie ihre Kinder früh genug an den Kapitalmarkt gewöhnen? Laut einer Untersuchung der Investmentgesellschaft Deka kopieren Kinder das Finanzverhalten der Eltern - was für die Depot-Nachfolge positiv ausgelegt werden kann. (Welt, 2019, Kinder erben Aktien-Angst)

Die Depot-Nachfolge sollte bestenfalls organisiert ablaufen, sodass keine plötzlichen Ereignisse zu kurzfristigen und emotionalen Handlungen führen, die dem Familien-Depot Schaden zufügen. 



Genau dieses Thema gehe ich gerne mit meinen Kunden an. Falls Sie auch Ihre Kinder (egal in welchem Alter) den Umgang mit einem Aktien Depot beibringen wollen und diese bei zukünftigen Entscheidungen integrieren wollen - sprechen Sie mich an.
Ihr Peter Koch